Nathan Aspinall: In 406 Tagen von 0 auf 16

Nathan Aspinall ist ein ruhiger Typ. Er ist nie einer für große Dramen gewesen und Nerven zeigt der 27 jährige nur selten. Aus Stockport kommt er und hat den Spitznamen „The Asp“, zu deutsch Natter. Damit reiht er sich die vielen Spitznamen ein, die sich auf die Reptilien beziehen. Snakebite, The Cobra, The Black Cobra und eben The Asp. 2012 startete Aspinall das erste Mal bei der Q School, es dauerte allerdings 3 Jahre bis er es auf die Tour schaffte. Die beiden verliefen allerdings entgegen seiner Erwartungen und Aspinalls bestes Ergebnisse waren ein Achtelfinale auf der European Tour und die zweite Runde in mehreren Players Championship Events. Es schien, als wäre dem Talent aus England der Durchbruch verwehrt geblieben, denn auch auf der Challenge und Development Tour lief es nicht wirklich überragend. Das sollte sich 2015 ändern. Etwas überraschend erreichte er das Jugend WM Finale und sah sich dem „Maximiser“ Max Hopp gegenüber. Aspinall spielte gut, die ersten 10 Legs wurden gerecht nach Anwurf aufgeteilt, ehe Hopp im elften Leg mit einer 180 eine Lücke schaffte, die groß genug war und er sich 5 Matchdarts erlauben durfte. Aspinall hingegen bekam nur einen auf die Doppel 16 für ein 106er Checkout. Hopp krönte sich zum Jugend Weltmeister und Aspinall konnte sich immerhin über die Qualifikation für den nächsten Grand Slam of Darts freuen. Dort war allerdings nach der Gruppenphase Schluss, denn Aspinall verlor sowohl gegen Raymond van Barneveld, als auch gegen Danny Noppert und Mensur Suljovic. Sein größter Erfolg bis dahin blieben die letzten 32 bei den UK Open 2015, als er gegen James Wade verlor.

PDC/Lawrence Lustig

Ansonsten blieb Aspinall blass und als Konsequenz daraus verlor er im Januar 2018 seine Tour Card, die er sich jedoch umgehend zurückholte. Und wie. Aspinall schien gereift zu sein und seine Ergebnisse wurden immer konstanter. Und er belohnte sich dann auch mit seinem ersten PDC Titel im September. Nachdem er die Nummer 1 der ProTour, Ian White, im Halbfinale trotz 5:2 Rückstand noch schlug, sah er sich im Finale Ryan Searle gegenüber, der allerdings chancenlos war und so schnappte sich Aspinall seinen ersten Erfolg. Bis zur WM wurde es dann zwar wieder ruhiger, jedoch kam Aspinall dann erschreckend stark zurück. Nerven zeigte er keine und schlug zum Auftakt Geert Nentjens mit 3:0 und schlug danach überraschend den Iceman Gerwyn Price. Der Sieg über den Waliser gab ihm Rückenwind und auch Kyle Anderson, Devon Petersen und Brendan Dolan waren chancenlos gegen den befreit aufspielenden Engländer. Im Halbfinale wartete jedoch mit Michael Smith ein Brocken, den Aspinall nicht besiegen konnte und nach einer 3:6 Niederlage fuhr mit einer netten Summe Geld und einer Menge Erfahrung wieder nach Hause. Zudem katapultierte er sich in der Weltrangliste bis auf Platz 33 vor. Erstmal.
Doch der Start des Jahres verlief ruhig und Aspinall konnte nicht wirklich auf der
WM aufbauen. Bis zum März.
Die UK Open standen an und Aspinall musste erst in Runde 3 ins Turnier einsteigen. Toni Alcinas war kein Problem, ehe Christian Kist es spannend werden lies und Aspinall sich knapp mit 10:9 durchsetzte. Der Lette Madars Razma hatte dann keine Chance, ehe The Asp sich bei Steve Lennon bedanken durfte, das dieser trotz klarer Führung noch einbrach und das Viertelfinale herschenkte. Dort eliminierte Aspinall dann Ross Smith ehe er sich dem Mann der Stunde gegenüber sah, Gerwyn Price. Doch Price kam nicht in Tritt und Aspinall setzte sich am Ende knapp mit 10:8 durch und stand in seinem ersten großen Finale, in dem kein geringerer als der Ex Weltmeister und die Nummer 2 der Welt Rob Cross wartete. In einem recht schwachen Spiel reichte Aspinall dann ein 85er Average und ein 170er Finish zum
Match um die große Überraschung perfekt zu machen und sich seinen ersten Major Titel zu sichern. Die unbändige Freude im Gesicht von ihm und seiner Familie zeigten wie viel ihm dieser Erfolg tatsächlich bedeutet. 100.000£ wanderten in Aspinalls Tasche und er sprang auf Anhieb auf Platz 16 der Order of Merit. Und das gerade einmal 406 Tage nachdem er sich seine Tour Card (wieder) gesichert hatte. Nur Rob Cross hatte dies schneller geschafft.
Für den jungen Engländern geht ein Traum in Erfüllung.

PDC/Lawrence Lustig

Er reiht sich in die Reihe der Major Sieger ein, wird bei der nächsten WM zu 99% gesetzt sein und hat sich für alle Majors des Jahres qualifiziert. Und wer weiß was noch kommt? So abgeklärt wie er wirkt wird es nicht der letzte Streich des Stockporters gewesen sein und die Darts Welt darf sich über einen neuen Stern am Dartshimmel freuen. Und seiner nächsten TV Auftritt ist nicht weit weg. Als Contender wird er in zwei Wochen in einer Neuauflage des WM Halbfinals Michael Smith sein Premier League Debüt feiern. Ob die Aspinall Festspiele dann bereits ihre Fortsetzung finden? Wir sind gespannt!

Max Diekmann

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