Gary Anderson – Das Ende naht

Gary Anderson, zweifacher Weltmeister aus Schottland, deutet schon seit längerem an, dass er seine Karriere bald beenden wird.

Sein Körper macht einfach nicht mehr mit. Schon des öfteren musste der „Flying Scotsman“ wegen seines Rücken pausieren. Erstmals wirklich in Erscheinung traten diese Probleme bei der WM 2018. In der dritten Runde gegen Steve West biss Anderson merklich auf die Zähne und war mehr als froh, als das Spiel endlich vorbei war. Im Viertelfinale musste er dann gegen Phil Taylor ran. Von Anfang an merkte man Anderson an, dass er nicht bei 100% war. Nur aufgrund von diversen Physio Terminen war es ihm überhaupt möglich, anzutreten. Taylor dominierte ihn nach Belieben und buchte das Halbfinale, während Anderson nach Hause fuhr. Die Teilnahme am Masters wackelte dann auch, aber er wurde rechtzeitig fit und kämpfte sich bis ins Halbfinale. Trotzdem hatte er weiterhin mit Schmerzen zu kämpfen. Wayne Mardle riet ihm sogar, dass er die Premier League auslassen solle, doch dazu kam es nicht.

Interessant wurde es dann im März bei den UK Open. Anderson gewann das Turnier zum ersten Mal überhaupt, indem er Corey Cadby im Finale mit 11:7 bezwang. Danach lies er in seinem Siegerinterview mit Rücktrittsgedanken aufhorchen. Laut Anderson würde ihn die junge Generation innerhalb der nächsten fünf Jahre überholen und er würde sich selbst deswegen noch maximal drei Jahre geben, ehe die Zeit zum Aufhören gekommen ist.

PDC/Lawrence Lustig

Das Jahr 2018 verlief dann ohne größere Komplikationen und Anderson gewann eine Reihe von Turnieren und war zwischenzeitlich der beste Spieler der Welt. Bei der WM schien auch noch alles in Ordnung zu sein, aber danach sagte Ando das Masters ab um sich auszukurieren. Doch auch die Premier League musste er absagen, denn die Probleme waren doch zu groß. Er wurde dann durch die neun Contenders, u.a. Max Hopp, ersetzt. Rechtzeitig zu den UK Open war er jedoch wieder fit. Er spielte nicht schlecht, rannte jedoch in einen äußerst starken Steve Beaton und musste direkt zum Auftakt Minehead verlassen. Zwei weitere Players Championship Events folgten, doch Anderson konnte nur ein Spiel gewinnen und insgesamt £500 einstreichen. Zuletzt setzte er dann wieder aus, allerdings ohne einen Grund zu nennen.

PDC/Lawrence Lustig

Zusätzlich gab er LiveDarts ein äußerst interessantes Interview. Dort sagte er, dass er zwar immer noch gerne spielen würde und es schön war, bei den UK Open wieder auf der Bühne zu stehen, aber das Feuer sei nicht mehr da und er müsste eben zusehen, wie viel noch geht. Er würde immer noch mit einem Lächeln auftreten und Spaß würde es ihm auch bereiten, aber er würde eben nicht mehr so brennen wie früher. Es klingt sehr danach als würde er seinen Abschied langsam aber sicher vorbereiten. Es sickerte ebenfalls durch, das Anderson eventuell nicht am World Cup of Darts teilnehmen könnte und dann durch John Henderson ersetzt werden könnte. Das ist allerdings noch längst nicht bestätigt und dementsprechend nicht mehr als ein Gerücht, denn er will schließlich auch die komplette World Series mitspielen.

Aber ist das wirklich so unrealistisch, dass Anderson bestimmte Turniere absagt? Nein. Denn Gary hat in den letzten Jahren seine Aktivität zunehmend reduziert. Die European Tour zum Beispiel spielt er seit drei Jahren nicht mehr und auch bei den Players Championship Events ist er nicht jedes Mal am Start. Zeit für die Familie und für seine Gesundheit sind ihm wichtiger und seine Aussagen lassen dasselbe vermuten. Dass die anderen Spieler besser werden als er, klingt erstmal unrealistisch, aber auch das kann irgendwann passieren und das wird sich Anderson, ebenso wie ein van Barneveld aktuell, nicht antun wollen und deswegen will er sich zurückziehen, bevor das passiert.

PDC/Lawrence Lustig

Es dürfte also wirklich nicht mehr lange dauern, bis der Flying Scotsman sich in den Ruhestand verabschieden würde. Und auch wenn es schade ist, muss sich Anderson nicht länger quälen als es nötig ist, denn das hat er aufgrund seiner zahlreichen Erfolge nicht verdient. Zwei Jahre, maximal noch drei. Das dürfte der Zeitraum sein, indem wir den Flying Scotsman noch erleben dürfen. Alles darüber hinaus dürfte Wunschdenken sein. In dieser Zeit wird der Schotte aber noch alles geben, nach Erfolgen gieren und wir dürfen das als Zuschauer noch, wer weiß wie lange, genießen.

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