World Matchplay – Es war ein Fest!

Blackpool hat der Dartswelt einmal mehr bewiesen, warum das World Matchplay so ein besonderes Turnier ist. Wieder einmal wurde das Vorjahr übertroffen.

Drama, Krimis und Scoring vom Feinsten zeichneten das Turnier aus und einzig der 9-Darter fehlte.
Bereits in Runde 1 nahm das Drama seinen Lauf: Gerwyn Price und Stephen Bunting lieferten sich einen Kampf, der bis ins Sudden Death Leg ging, ehe der ehemalige BDO Weltmeister das Spiel für sich entschied.

Lawrence Lustig/PDC

Außerdem verpasste Ian White Joe Cullen einen Whitewash und Max Hopp schaffte die Überraschung gegen Dave Chisnall, nachdem er sich mit einem starken 100er Finish in die Verlängerung rettete.

Auch die Averages sprachen eine gute Sprache und mehrere 100+ Schnitte sprangen heraus, wobei zwei davon nicht mal zum Sieg reichten. John Henderson und Nathan Aspinall mussten trotz der guten Zahlen die Segel streichen.

Und vor allem Glen Durrant konnte ein glänzendes Debüt hinlegen und fegte über Adrian Lewis hinweg, indem er brilliant scorte und alles checkte, was er vor die Nase bekam.

Lawrence Lustig/PDC

Und auch sonst würde das Drama nicht weniger. Zwei Männer waren dafür besonders prädestiniert: James Wade und Stephen Bunting. Wade lag in Runde 1 gegen Jeffrey de Zwaan mehrfach tot über dem Gartenzaun und und musste fünf Matchdarts überstehen, ehe Wade einen irren Fight für sich entschied. Und in Runde 2 schaffte er ähnliches gegen Mensur Suljovic, auch wenn er da keine Matchdarts gegen sich hatte.

Stephen Bunting hingegen schon. Fünf Darts zum Match lies Ian White gegen Bunting liegen und verpasste die große Chance seinen TV-Fluch zu besiegen. Für Bunting hingegen war es nach dem Match gegen Price der zweite Krimi, den er überstand.
Apropos Krimi, es gab da noch ein Match das alles bisher dagewesene übertraf. Die Spannung und die Intensität waren einmalig, als sich BDO Weltmeister Glen Durrant und die Nummer 1 der Welt Michael van Gerwen in Runde 2 bekriegten. MvG schien mehrfach geschlagen, kämpfte sich aber immer wieder mithilfe von monströsen Checkouts zurück und machte die Winter Gardens zu einem Hexenkessel. Doch van Gerwen machte plötzlich Fehler und Durrant nutzte diese eiskalt aus und entschied das Duell der Giganten für sich. Dieses Spiel wird jedem für sehr lange Zeit in Erinnerung bleiben.

Lawrence Lustig/PDC

Doch die Reise des Glen Durrant sollte weitergehen. Nach Adrian Lewis und van Gerwen fiel Duzza auch noch James Wade zum Opfer. Der Traum vom sensationellen Titel für Durrant lebte, aber Michael Smith beendete diesen im Halbfinale und zog seinerseits in sein viertes Major Finale ein. Für Durrant bedeutet sein Run ins Halbfinale jedoch, dass er die neue Nummer 35 der Welt ist und das nach gerade einmal 5 Monaten als PDC Profi.

Im Finale stand Smith Rob Cross gegenüber, der Weltmeister von 2018. Und das, obwohl Voltage dort gar nicht hätte sein dürfen. Er lag gegen Daryl Gurney im Halbfinale bereits mit 9:15 hinten, ehe er 8 Legs in Folge gewann, das Herz des Nordiren brach und ins Finale einzog. Gurney selbst hatte zuvor schon ein unfassbares Viertelfinale erlebt und den seit 20 Spielen ungeschlagenen Peter Wright, der nach wie vor mit seinen Diamond Darts an den Start geht, geschlagen.

Lawrence Lustig/PDC

Wright hatte ein klasse Turnier gespielt und Vincent van der Voort und Simon Whitlock nicht den Hauch einer Chance gelassen. Und obwohl Snakebite sich steigerte, reichte es gegen Gurney nicht, denn dieser widerstand dem 105er Average seines Gegners und zog mit 16:13 ins Halbfinale ein. Dort war allerdings wie erwähnt gegen Rob Cross Schluss, weil Gurney seinen riesen Vorsprung wegschmiss.

Ein weiterer Spieler, der ein sensationelles Turnier spielte, war Mervyn King. Mit ihm war wohl kaum gerechnet worden und vor allem wurde vermutet, dass die Hitze dem King zusetzen würde. Doch King strafte alle Lügen und nahm nicht nur UK Open Champion Nathan Aspinall aus dem Turnier, sondern schoss auch noch Titelverteidiger Gary Anderson ab und musste sich erst im Viertelfinale knapp gegen den späteren Finalisten Michael Smith geschlagen geben, der im Halbfinale dem Run von Glen Durrant ein Ende setzte.

Lawrence Lustig/PDC

Und auch aus deutscher Sicht gab es etwas zu feiern, denn Max Hopp konnte als erster Deutscher in Blackpool ein Spiel gewinnen und besiegte Dave Chisnall knapp mit 11:9. Und dabei bewies Hopp extreme Nervenstärke. Chisnall führte mit 9:8 und lies sich 40 Rest zum Match stehen. Hopp hatte 100 Rest und traf mit dem ersten Dart das Triple. Er setzte ab, konzentrierte sich und knallte den zweiten Dart weit am Doppel vorbei. Er musste wieder absetzen, ging zurück und versuchte sich zu konzentrieren, während das Publikum im Hintergrund immer lauter wurde. Und obwohl nun viele vermuteten das Hopp wieder verfehlen würde, traf er das Doppel mittig und brach Chisnall somit das Genick. In der zweiten Runde bewies Hopp dann wieder ein Kämpferherz, aber Michael Smith war diesmal in der Verlängerung zu stark.

Lawrence Lustig/PDC

Eine Sache fehlte jetzt allerdings noch: das Finale und der strahlende Sieger.
Und das kam auch bald und wirkte wie eine klare Sache. Rob Cross marschierte Michael Smith davon und führte mit 9:0, ehe Smith endlich auf’s Scoreboard kam. Und dann schien der Bully Boy zum Leben zu erwachen. Bis zum 15:13 für Cross lebte der Traum von Smith noch, doch „Voltage“ zog dann an und sicherte sich die letzten drei Legs und somit die Phil-Taylor-Trophy. Es ist der zweite Major Titel für den 28 jährigen, der damit auch seinen zweiten Platz in der Order of Merit festigt und den Abstand nach hinten vergrößert.

Lawrence Lustig/PDC

Doch während Cross der strahlende Sieger ist, ist der Mann, der vor ihm in der Weltrangliste steht der große Verlierer. Nicht weil er an einem starken Glen Durrant scheiterte. Nicht, weil er nun seit 2016 in Blackpool ohne Titel ist. Das Problem war viel mehr, dass MvG seine Formkrise wieder nicht beenden konnte und weit unter seinen Möglichkeiten blieb. Der Auftakt gegen Steve Beaton war dürftig und vor allem seine Doppelquote war unterirdisch. Gegen Durrant dann wurde das bestraft und man merkte van Gerwen an, das er sich nicht wohl fühlte und nicht an sein A-Game herankam. Bei Sky erklärte van Gerwen, das er selber nicht wüsste, warum es aktuell nicht so läuft wie vorher und das er schnell eine Lösung finden müsse.

Was bleibt uns jetztnach einer Woche in Blackpool?
Die Erkenntnis, dass Ian White nach wie vor Probleme im TV hat. Die Tatsache, dass Glen Durrant mehr als zielstrebig unterwegs ist und der Weltspitze erschreckend schnell näher kommt. Dass Michael van Gerwen aktuell anfällig ist und jederzeit schlagbar ist.
Aber das alles ist nicht der Hauptpunkt. Das World Matchplay hat einmal mehr gezeigt, dass die Weltspitze immer breiter wird und jeder jeden schlagen kann. Und das sollte uns alle freuen, denn es verspricht mehr Spannung in Zukunft und der Standard wird immer höher.
Bis nächstes Jahr dann Blackpool, es war uns wie jedes Jahr eine Freunde!

Luca Schöpp/GameOn

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