Krzysztof Ratajski – Still zur Weltklasse

Krzysztof Ratajski hat es geschafft. Sein erster PDC Titel auf der Bühne bedeutet für Ratajski seine beste Platzierung in der Order of Merit. Der beste Spieler, der jemals aus Polen kam, ist nun die 23 der Welt und hat gute Chancen dass er vor der WM noch in die Top 16 kommt.

Auch wenn er erst seit diesem Januar die Tour Card besitzt, so war er vorher kein unbeschriebenes Blatt. Satte drei PDC Titel hatte der Pole schon eingefahren, ehe er im Januar als Topfavorit zur Q School fuhr und sich seine Tour Card holte. Aber begonnen hat seine Karriere, wie die von vielen, bei der BDO. Zuvor war Ratajski auch ein begnadeter E-Dart Spieler. 2005 und 2008 gewann er die EDU European Championship und setzte sich im Finale beide Male gegen Mensur Suljovic durch. 2009 folgte dann der Schritt zum Steeldart und Ratajski schaffte es sich für Lakeside zu qualifizieren, wo allerdings in Runde 1 bereits Schluss war. 2010 folgte dann sein Debüt beim World Cup of Darts an der Seite von Krzysztof Kciuk, allerdings war das Abenteuer zum Auftakt gegen Neuseeland schnell wieder beendet.


Es wurde danach wieder etwas ruhiger um den Polen, der erst 2017 die nächste Duftmarke setzen konnte. Er qualifizierte sich für die BDO WM, schlug dabei Willem Mandingers und Wesley Harms und verlor erst dann knapp gegen Darius Labanauskas.
Auch nach dem Turnier wurde Ratajski immer stärker und tauchte zunehmend öfter auf der European Tour auf.

Durch viele gute Ergebnisse schaffte es Ratajski auch zu den European Darts Championship, dort war allerdings Peter Wright eine Nummer zu groß. Aber nicht, dass Ratajski das stören würde. Kurz darauf erreichte er bei den BDO World Masters das Finale, bezwang dabei unter anderem Richard Veenstra und Glen Durrant, ehe er sich im Finale gegen Mark McGeeney den Titel sicherte.


Bei der WM der PDC durfte Ratajski dann nur kurze Zeit später sein Debüt feiern, musste allerdings nach einer knappen Niederlage gegen James Wilson schon wieder nach Hause fahren. Bei der darauffolgenden Q School verpasste er die Tour Card völlig überraschend.

Sein erstes dickes Ausrufezeichen bei der PDC setzte Ratajski bei einem der UK Open Qualifier 2018, als er seinen ersten PDC Titel gewinnen konnte. Auf seinem Weg zum Titel bezwang er unter anderem Rob Cross und Daryl Gurney. Auch die Topspieler der PDC hatten den Polen nun erst Recht auf dem Schirm und waren sich der Gefahr, die von ihm ausgeht mehr als bewusst. Im weiteren Verlauf kam er über die Challenge Tour auch immer wieder bei den Players Championship zum Einsatz und schaffte es dort immer wieder sich in Szene zu setzen, ehe ihm der ganz große Wurf gelang.

Der Polish Eagle schaffte es beide (!) Players Championship Turniere an einem Wochenende zu gewinnen und das ohne eine Tour Card zu haben. Im den beiden Finals hatten jeweils Adrian Lewis und Chris Dobey das Nachsehen, die kaum einen Stich gegen den Polen sahen.

Und Ratajski sorgte damit direkt für das nächste Novum, denn er qualifizierte sich somit auch für den Grand Slam, was noch keinem Spieler ohne Tour Card gelungen war. Dort überstand er auch die Gruppenphase als Zweiter hinter Michael Smith und vor Raymond van Barneveld und Adam Smith-Neale. Im Achtelfinale war trotz einer soliden Leistung gegen einen überragenden Jonny Clayton Schluss. Doch das Jahr 2018 war noch nicht beendet, denn Ratajski hatte sich auch für die Players Championship Finals qualifiziert, wo er zum Start Gerwyn Price trotz 1:4 Rückstand schlug und dann auch noch den ehemaligen Doppelweltmeister Adrian Lewis aus dem Turnier nahm.

In der dritten Runde war dann allerdings gegen Danny Noppert Endstation.
Getragen von diesen Erfolgen fuhr Ratajski als einer der Geheimfavoriten nach London zur PDC WM. Doch das ging kräftig schief. Ratajski legte gegen Japaner Seigo Asada gut los, verpasste aber immer wieder wichtige Doppel und hielt seinen Gegner somit in der Partie. Nachdem Ratajski auch seine Matchdarts nicht verwerten konnte, musste er mit ansehen wie Asada das Match mit einem 96er Check beendete und in der nächsten Runde auf James Wade traf.

Auch wenn es auf der großen PDC Bühne noch nicht lief, blieb Ratajski einer der besten Spieler bei den Floor Events. Seine nächsten Titel bei den Players Championship ließen nicht lange warten, zuletzt im August in Hildesheim. Und dann folgte der wohl größte Erfolg für Ratajski bei der PDC, als er in Gibraltar seinen ersten European Tour Titel gewann. Dabei besiegte er zum Auftakt Steve Beaton, ehe er nacheinander drei European Tour Sieger diesen Jahres bezwang. Joe Cullen, Ian White und Daryl Gurney in Finale hatten am Ende keine Chance gegen den Polen, der sich mit seinem Sieg auf Platz 23 der Welt vorarbeitete und spätestens nach der WM in den Top 16 stehen wird. Wenn nicht sogar noch höher.

Der Weg nach oben scheint wie gemacht für Ratajski, der nur auf den TV Bühnen hin und wieder Nerven zeigt, aber selbst das dürfte sich mit der Zeit ändern. Die großen TV Titel sind entsprechend nicht so weit weg und es ist keine gesagte Theorie wenn man behauptet, dass Ratajski irgendwann ein Major Turnier gewinnen wird. Welches das sein wird steht in den Sternen, aber ein guter Tipp ist er auf jeden Fall. Er selbst will darüber aber auch noch nicht nachdenken. Er müsse noch einiges lernen und erreichen bevor er sich das als echtes Ziel setzt, so Ratajski.
Trotzdem dürften sich inzwischen die meisten darüber einig sein, das Ratajski bei jedem Turnier ein gefährlicher Gegner sein dürfte und er niemals unterschätzt werden darf. Und wer sagt, dass er beim World Grand Prix in der nächsten Woche nicht den ganz großen Schritt gehen kann…?

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