European Darts Championship 2019

Tolle Darts in Göttingen – Cross‘ zweiter Streich in 2019


Die European Darts Championship 2019 sind Geschichte. Wie schon so häufig in 2019 war es ein Turnier mit vielen Überraschungen. Zum ersten Mal richtete die PDC das Turnier in der Lokhalle in Göttingen aus. Aus deutscher Sicht verpassten alle Spieler in diesem Jahr die Quali zur EM. Das gab es seit 2011 nicht mehr. Drei Tage lang bekamen die deutschen Fans Darts der Extraklasse zu sehen. Es war ein krönender Abschluss der diesjährigen European Tour.


Frühes Aus der Nr.1 und des Champions


Direkt an Tag 1 gab es die erste faustdicke Überraschung, als der Engländer Ross Smith den Weltmeister Michael van Gerwen mit 6:5 aus dem Turnier nahm. MvG befand sich zuletzt in bestechender Form, gewann den World Grand Prix und die Champions League. Trotz einem 105er-Average musste der Niederländer schon an Tag 1 die Segel streichen.

PDC Europe, Kais Bodensieck

Nicht wenige hatten sich auf ein Zweitrundenduell zwischen ihm und Glen Durrant gefreut, es wäre die Wiederauflage des Duells beim diesjährigen World Matchplay gewesen, welches Durrant gewann. Doch auch er verlor seine Auftaktpartie überraschend mit 5:6 gegen „Rapid“ Ricky Evans, der später sein erstes Viertelfinale bei einem Major-Turnier spielte.


Auch der Titelverteidiger James Wade verabschiedete sich mit einer schwachen Leistung sang- und klanglos 0:6 gegen einen guten Jonny Clayton. Mit Adrian Lewis, Mensur Suljovic, Ian White und Peter Wright flogen zudem noch vier weitere Top 16-Spieler in Runde 1 aus dem Turnier.

PDC/Lawrence Lustig

Gerade das Aus von Wright gegen Jeffrey de Zwaan kam nach zuletzt guter Form von „Snakebite“ doch ziemlich überraschend.

Cross nutzt Favoritensterben für sich


Nach einigen Überraschungen an den ersten Tagen bildeten mit Rob Cross, Michael Smith, Daryl Gurney und Gerwyn Price vier Spiele das Halbfinalquartett, die man vor dem Turnier jedoch allesamt auf dem Zettel hatte. Cross und Gurney bestritten das erste Halbfinale, Smith und Price das darauffolgende. In zwei insgesamt engen Halbfinals hatten am Ende Cross und Price den längeren Atem und zogen damit ins Finale ein. Allerdings war das Finale dann weniger hochklassig. Gerwyn Price spielte am Ende einen Average um die 85 Punkte – zu wenig für den Titel. An einem kräftezehrenden Tag, bei dem beide Spieler je drei Spiel bestritten war Cross letztendlich der bessere, konstantere und abgezocktere Spieler. Er gewann das Finale mit 11:6 und darf sich über 120.000 Pfund freuen.

PDC Europe, Kais Bodensieck

Cross sagte später im Interview, er hätte das Spiel wohl verloren, wenn er, so wie Price, lediglich 15 Minuten Pause zwischen den beiden Abendspielen gehabt hätte. Cross war stolz, drei Spiele an einem Tag konstant gut gespielt zu haben, was ihm auf der European Tour an den Finaltagen in diesem Jahr nicht gelang. Die European Darts Championship ist nach dem World Matchplay sein zweiter großer Erfolg im Jahr 2019.


Die Geschichte war damit aber noch nicht beschlossen. Ein enttäuschter Gerwyn Price äußerte nach dem Spiel seinen Unmut über einige deutsche Fans, die ihn während des Turnieres und Finales zeitweise wieder einmal auspfiffen. „Ich kann nicht glauben, dass ich nach einer so kurzen Zeit im Darts schon an einen Rücktritt denke“ äußerte er sich sichtlich geknickt nach dem Spiel via Instagram.


Tolle Spiele, hohe Averages und Aufholjagden
Insgesamt bekamen die Fans in Göttingen drei Tage lange Weltklasse-Darts zu sehen. Den höchsten Average spielte der aktuell formstarke Dave Chisnall in seinem Zweitrundenmatch gegen Jonny Clayton. Bei seinem 10:4 Erfolg glänzte „Chizzy“ mit einem 110er-Average. Auch ein Vincent van der Voort, von dem man lange nichts mehr gehört hatte, besiegte Chris Dobey in Runde 2 mit einem 100er-Average und erreichte überraschend die Runde der letzten 8.

PDC/Lawrence Lustig


Die Performance des Turniers ist sicherlich aber Gerwyn Price zugute zu halten. Beim Spiel gegen Nathan Aspinall (Runde 2) lag Price zur Pause mit 0:5 zurück, um von den darauffolgenden elf Legs ganze zehn zu gewinnen. Eine tolle Aufholjagd des „Iceman“, der sich auch in diesem Turnier in prächtiger Form zeigte. Sein Tank war im Finale jedoch einfach leer…

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